Glaubenssatzarbeit mit Pferden – Wann bin ich wertvoll?

Wann ist das, was du tust, wertvoll? Über “Ich muss das alleine schaffen” und andere Glaubenssätze.

Wieso glauben wir, so vieles alleine schaffen zu müssen?

Schon im letzten Blogpost schrieb ich über die Frage, weshalb es vielen von uns so schwer fällt, Hilfe anzunehmen. Wenn du ihn noch nicht gelesen hast, kannst da das hier tun. Du findest in ihm auch einen sanften Einstieg in die Glaubenssatzarbeit.

Hilfe annehmen. Es ist ein Thema, das mich beschäftigt. Was macht es mit unserer Gesellschaft, in der das Bild, das wir von unserem Leben haben, eines ist, in dem wir unsere Herausforderungen alleine meistern müssen. Jeder Mensch für sich.
Wer sind wir in diesem Leben?

Es gibt eine Frage, die eng damit verknüpft ist: Woraus beziehen wir unseren Wert?
Wie viel bin ich wert? Wann bin ich wertvoll?

Ein pferdegestütztes Coaching in Hamburg mit einem jungen Mädchen letzte Woche hat mich da sehr bewegt.
Ich möchte mit dir teilen, welchen fetten Glaubenssatz sie auflösen konnte. Weil es uns alle angeht.*

*An dieser Stelle möchte ich etwas Wichtiges erwähnen: Alle Geschichten, die ich hier aus den Coachings erzähle, sind entfremdet. Wo sie es nicht sind, habe ich vorab um Erlaubnis gebeten, sie teilen zu dürfen. Die Fotos bilden in keinem Fall die Menschen ab, die mir und dir diese Geschichten geschenkt haben.

Wenn ich es nicht alleine hinbekomme, ist es nicht so viel wert.

In den vergangenen Wochen hatte das junge Mädchen, wir nennen sie Maja, schon einige Themen ins Pferdegestützte Coaching mitgebracht.
“Ich fühle mich so viel leichter!” Das sagte Maja in einer Situation, rief es sogar.
Und mein Herz wurde ganz weit vor Dankbarkeit. So vieles hatte sich für sie schon verändert.

Heute ging es darum herauszufinden, wie sie besser mit den Anforderungen in der Schule umgehen kann.

Maja steht auf dem Platz. Hinter ihr ein Pferd.
Ich gebe ihr die Aufgabe, das Pferd über die Pfütze zu führen.
Was sie nicht weiß: Das Pferd mag keine Pfützen.
Maja läuft voran, ohne vorher Verbindung aufzunehmen. Sie hat ein Ziel.
Das Pferd bleibt stehen.
Nun geht sie zurück, spricht dem Pferd gut zu. Wieder läuft sie los.
Das Pferd bleibt stehen.
Sie gibt nicht auf. Versucht noch das und das.
Das Pferd bleibt stehen.

 

So geht es einige Zeit weiter.
Bis ich sage: “Du hast viele gute Ideen. Deine Kreativität ist wirklich eine großes Geschenk. Dennoch gibt es immer mal Momente, in denen wir alleine nicht weiterkommen. Da können wir noch so viele Ideen haben.
Du bist nicht alleine. Ich bin da. Wenn du möchtest, könntest du mich bitten, dich zu unterstützen.

Ihre Augen werden weit vor Entsetzen.
Ihre Antwort kommt aus ihrer tiefsten Tiefe: “Aber wenn ich es nicht alleine hinbekomme, ist es nicht so viel wert.”

Was macht dieser Glaubenssatz mit einem jungen Leben? Diese Frage geht mit seitdem nicht mehr aus dem Kopf.

In den folgenden Tagen haben wir diese Überzeugung genauer untersucht. Wir haben sie auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft und Alternativen gefunden.
Natürlich haben die Pferde uns bei Majas Glaubenssatzarbeit unterstützt.

Irgendwann im Prozess fragte Maja mich, ob wir das mit der Pfütze noch einmal gemeinsam probieren könnten. Jetzt fand das Pferd die Pfütze plötzlich spannend und ging lässig hindurch.

Maja trägt nun ein Bild davon in sich, wie gut es tun kann, Hilfe anzunehmen. Gestärkt durch diese Erfahrung kann sie nun ganz anders auf ihr Leben schauen.
Sie hat es mit allen Sinnen erfahren: Das ist die Magie des pferdegestützen Coachings.

Was aber ist mit den vielen anderen jungen Menschen, die noch getrieben sind von unserem Leistungsanspruch? Was passiert hier? Wie können wir unseren Kindern ein anderes Bild schenken?

Ein erster Schritt wäre mal, dass wir selber an unserem eigenen arbeiten.

Möchtest du das?

Ich wünsche dir Raum für diese Frage und ein mutiges Lauschen.

 

Deine Kathrin
#glücküberzweifel
#momentesucherin

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